Gebot der Stunde: Katastrophen-Prävention

Die schrecklichen Bilder von der Unwetter-Katastrophe zum Beispiel im rheinland-pfälzischen Ahrtal werfen die Frage auf, was wir hier gegen Starkregen tun können. Das sollte sehr umfassend geprüft werden – bis zu dem Punkt, bisherige Grundannahmen in Frage zu stellen bzw. auf ihre Stichhaltigkeit zu überprüfen.

Oder zumindest ist zu fragen, ob das, was in Sachen Prävention Stand der Dinge ist, ausreicht oder ob zusätzlich Vorsorge getroffen werden kann und sollte. Das kann und wird nicht Aufgabe der Stadt Eppstein allein sein, auch wenn sie sich glücklich schätzen darf, in Stadtrat Berthold Gruber einen ausgewiesenen Fachmann zu haben, der sich zudem seit vielen Jahren schon mit der Thematik beschäftigt. Über die Stadtgrenzen hinaus ist zu erwarten, dass überregionale Instanzen (Land, Regierungspräsidium, Kreis, Regionalverband) solche Fragen aufwerfen, was kein Ruhekissen sein sollte, sondern Ansporn, die eigene spezifische Lage zum Wohle der Stadt auch in den überregionalen Fokus zu rücken.

Auch sollte für Eppstein eine Starkregen-Gefahrenkarte auf der Basis der sogenannten Starkregen-Hinweiskarte des Landes erstellt werden, damit ein detaillierter Blick auf die örtliche Lage möglich wird. Solche Starkregen-Gefahrenkarten werden vom Land Hessen in hohem Maß bezuschusst.

pixabay

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Ferner ist zu fragen, wie es um „unsere“ Baustellen geht: Sind alle geplanten Arbeiten am Kanalnetz etc. ausgeführt? Wenn nicht, sollten sie vorrangig abgearbeitet werden. Welche Mengen von Starkregen können über das Kanalnetz abfließen, ohne dass Gebäude gefährdet sind? Und gehen Fachleute davon aus, dass wir damit auf der berühmten „sicheren Seite“ sind? Wenn nicht, wäre auch hier zu fragen, was seitens der Stadt unternommen werden sollte und was in überregionaler Zuständigkeit voranzutreiben wäre.

Auf Seiten der Information: Wie werden die Bürger, werden Stadtverwaltung und Rettungskräfte informiert, wenn Starkregen-Katastrophen drohen? Hat die Stadt einen etablierten Kontakt zu den Stellen, die Warnmeldungen ausgeben? Gibt es Informationsmöglichkeiten für den Einzelnen, wie sehr er vor Ort betroffen sein könnte?

Und schließlich ein Blick auf die Interventionsmöglichkeiten in Eppstein: Ist die Feuerwehr, sind die Rettungskräfte auf Höhe möglicher Anforderungen ausgerüstet und geschult, oder zeichnet sich ganz neuer Trainingsbedarf ab, der schnellstmöglich gedeckt werden sollte? Ist die technische Ausrüstung auf dem Stand der Dinge oder sollte zusätzliche Gerät mit hoher Dringlichkeit angeschafft werden?

So vernichtend das Unheil in den Katastrophengebieten über die Menschen hereingebrochen ist und deshalb zu der resignierten Schlussfolgerung führen könnte, jeder einzelne, jede Kommune kann nur hoffen, von solchen Schrecken verschont zu bleiben – wir sollten tun, was getan werden kann und deshalb getan werden muss.


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