Stadtentwicklungskonzept für Eppstein

Die Eppsteiner Freien Demokraten begrüßen die Entscheidung von CDU und Grünen, sich dem Antrag von FDP, FWG und SPD auf Erstellung eines Stadtentwicklungskonzepts anzuschließen, der in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung einstimmig angenommen wurde. Stadtentwicklungskonzept mag ein sperriges Wort sein. In der Sache geht es darum, rechtzeitig die nötigen Schritte für eine zukunftsfähige Entwicklung der Stadt einzuleiten.

Besonders wichtig es den Liberalen dabei, eine umfassende Bürgerbeteiligung zu gewährleisten. Das nun vereinbarte Verfahren stellt das sicher. Die Ergebnisse aus Bürgerversammlungen sollen thematisch geordnet als zu beratende Ideen, neben den Vorschlägen der Parteien, in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht werden.

Die Freien Demokraten plädieren dafür, die Entwicklungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten der Stadt ohne Denkverbote zu diskutieren. Die grundlegenden Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft, die unter dem Oberbegriff der Digitalisierung zusammengefasst werden können, führen auch zu neuen Siedlungsmustern und Gewerbestrukturen. Damit sind Herausforderungen auch für Städte wie Eppstein verbunden, die in ihrer idyllischen Lage wie herausgehoben aus allen Zeitströmungen erscheinen mögen.

Aber schon die Prognose des Regionalverbands FrankfurtRheinMain, der allein für Eppstein einen Bedarf von 500 zusätzlichen Wohnungen bis 2020 erwartet (bis 2030 sogar 863 zusätzliche Wohnungen, im gesamten Gebiet des Planungsverbands sind es mehr als 184.000 Wohnungen bis 2030!) mag ein Schlaglicht darauf werfen. Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet sind als wirtschaftsstarke Regionen im deutschen wie europäischen Vergleich Magneten für Arbeitskräfte wie Unternehmen.

Man mag die Prognose als Phantastereien von Planungsbürokraten abtun – würde es sich damit aber gewiss zu leicht machen. Auch die Tatsache, dass sich das neue Gewerbegebiet West über alle Prognosen hinaus schnell vermarkten ließ, zeigt zumindest, dass Eppstein Wachstumschancen hat. Ob und wie sie genutzt werden sollten und können, wird Gegenstand der Diskussionen zur Erstellung des Entwicklungskonzepts sein.

Dass sie genutzt werden sollten, legen auch die derzeitigen Bemühungen nahe, bis 2018 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Wenn dies geschafft ist, sind nur Defizite abgebaut, also alte Hypotheken abgetragen. Neue Wohn- oder Gewerbegebiete mit attraktiver Infrastruktur können zusätzliche Einnahmequellen erschließen als Voraussetzung für künftige Investitionen in ein attraktives Eppstein mit seinen fünf Stadtteilen.


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