Burgstraße : FDP fordert baldiges Verkehrsgutachten

Die Verkehrssituation in der Burgstraße ist schon seit geradezu Jahrzehnten ein Anlass für Diskussionen und Versuche, zu einer für Verkehrsteilnehmer wie vor allem Anwohner erträglicheren Lösung zu kommen. Kein Wunder, denn an der Burgstraße führt – im Wort- wie im übertragenen Sinn – kein Weg vorbei. Wer nach Alt-Eppstein einfahren möchte, gelangt in den Ort über die Burgstraße. Desgleichen der Weg aus der Stadt (lässt man den Umweg über Vockenhausen via Rossert- und Friedrich-Ebert-Straße bzw. Eberle- und Bergstraße außer Acht). Was nichts anderes besagt, als dass der gesamte Alt-Eppsteiner Verkehr durch die Burgstraße fließt.

Um die Lage erträglicher zu gestalten, bieten sich grundsätzlich drei Ansätze an: Verkehrsbeschränkung bzw. -umlenkung, Verkehrsverteilung sowie den Durchsatz behindernde Maßnahmen.

Mit der Behinderung des Verkehrs – etwa durch rigide Geschwindigkeitsbeschränkung einschließlich ihrer konsequenten Überwachung oder durch Verkehrsampeln, um den Verkehrsfluss abwechselnd nur in der einen oder anderen Richtung zuzulassen – verbindet sich letztlich die Hoffnung, die Durchfahrt so unattraktiv zu machen, dass andere Wege gesucht werden. So vage die Erfolgsaussichten einer solchen Verkehrssteuerung sind, so gewiss ist die daraus folgende Erschwernis für Anwohner. Sei es, weil dann die Fahrt durch die Burgstraße länger dauert und sich, insbesondere bei einer Ampelschaltung, die Emissionen erhöhen. Sei es, weil An- und Abfahrt für Bewohner der Burgstraße erschwert würden.

 

Eine Verkehrsverteilung durch Einbahnstraßenregelung in östlicher oder westlicher Richtung hätte wechselseitig neutralisierende Vor- und Nachteile zur Folge. Zum Beispiel könnte es für Lastzüge in west-östlicher Richtung schwierig bis unmöglich werden, in die Rossertstraße einzubiegen. Und wer ein Ziel am westlichen Ende der Burgstraße ansteuern wollte, müsste gleichwohl fast die ganze Burgstraße passieren, würde der Verkehr von Ost nach West geführt werden – und umgekehrt.

So fragt es sich, ob Verkehrsbeschränkung eine Option sein könnte und nach welcher Maßgabe? Anwohner der Burgstraße wie auch von Hinter- und Untergasse müssten sie selbstverständlich unverändert befahren können. Desgleichen die Bewohner der Hanglagen oberhalb der Altstadt – am Woogberg, links und rechts von Rossert- und Mendelssohnstraße. Aber je weiter entfernt Ziel oder Quelle von Durchgangsverkehr, umso weniger ist es plausibel, dass die Burgstraße befahren werden muss. Konkret: Wer oberhalb vom Ortskern Vockenhausens wohnt und morgens zur Arbeit nach Frankfurt fährt, dürfte überwiegend über Schulberg und Rossertstraße fahren, am Wernerplatz weiter in östlicher Richtung bis zur ampelgeregelten Einmündung in die B 455 – um sich dadurch die ampelgesteuerte Einmündung von der Hauptstraße in die B 455 zu ersparen. So einleuchtend eine solche Streckenoptimierung für den Einzelnen ist, ist diese Route nicht zwingend erforderlich. So könnte es sinnvoll sein zu überlegen, ob es gestaffelte Zufahrtsberechtigungen in die Burgstraße für weiter entfernten Ziel- und Quellverkehr geben kann.

Wenn man denn wüsste, wie sich die Verkehrsmengen der Burgstraße im näheren oder ferneren Umfeld verteilen. Das zu ermitteln könnte – und sollte – Aufgabe der geplanten Verkehrsuntersuchung sein. Und sie sollte in absehbarer Zeit in Angriff genommen werden. Auf die Anfrage der Freien Demokraten in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung, wann mit der Untersuchung zu rechnen sei, antwortete die Verwaltung lapidar: Ein Datum, wann dieses (Gutachten) vorgelegt wird, kann aktuell nicht benannt werden.

 

Das klingt fast schon nach Nimmerleinstag oder bestenfalls nach „bis auf Weiteres erst einmal nicht“ – angesichts der Verkehrsproblematik in der Burgstraße und der dadurch entstehenden Belästigung für die Anwohner sollte die Verkehrsuntersuchung nach Ansicht der Liberalen eine deutlich höhere Priorität haben und mit konkreter Zeitplanung auf den Weg gebracht werden.

Thomas Uber


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